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Fielmann Downgrade

Bankhaus Lampe, 25.02.2005

Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Aktie von Fielmann (ISIN DE0005772206/ WKN 577220) von "halten" auf "verkaufen" zurück.

Fielmann habe gestern vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2004 bekannt gegeben, die - wie auch schon die Daten der vorhergehenden Quartale - insgesamt erwartungsgemäß deutlich die Auswirkungen der Gesundheitsreform zum 1.1.2004 aufzeigen würden. So hätten sich die Umsätze um über 21% auf 642 Mio. Euro reduziert. Das Ergebnis vor Steuern habe sich auf 71,9 Mio. Euro nach 112,2 Mio. Euro in 2003 vermindert. Gleichzeitig sei der Nettoüberschuss auf nur noch 45,0 Mio. Euro nach 70,1 Mio. Euro gesunken. Trotz des rückläufigen Umsatzes habe Fielmann seinen Marktanteil in Deutschland bezogen auf den Absatz auf 53% ausbauen können (mittelfristig erwarte man hier einen Anteil von 60%), da der Rest der Branche einen Rückgang bei Absatz und Umsatz von rund 30% habe hinnehmen müssen.

Positiv werte man die Entwicklung in den wichtigsten Auslandsmärkten Schweiz und Österreich. Diese hätten in 2004 mit einem Plus von 48% bereits mit einem Anteil von 30% zum Konzernjahresüberschuss beigetragen, wenngleich diese Zahl durch die schwache Performance in Deutschland positiv beeinflusst worden sei. Wie erwartet habe die Gesellschaft vorgeschlagen, für das abgelaufene Geschäftsjahr eine unveränderte Dividende in Höhe von 1,60 Euro je Aktie ausschütten zu wollen.

Einen expliziten Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2005 habe das Management bislang nicht getätigt. Das Unternehmen erwarte eine deutliche Belebung der Nachfrage, die auch durch die aktuellen Neuaufträge (+30% bei der Stückzahl für die Monate Januar und Februar) untermauert werde, jedoch angesichts der Auswirkungen der Gesundheitsreform im Vergleichszeitraum auch nicht wirklich überraschen könne. Wie nicht anders zu erwarten gewesen sei, solle in 2005 dann auch eine angemessene Steigerung des Ergebnisses erfolgen.

Angesichts der aktuell vorläufigen Daten für das abgelaufene Geschäftsjahr hätten die Analysten ihre Planungsrechung für 2004 entsprechend angepasst. Für 2005 und 2006 sähen sie derzeit jedoch keine Veranlassung hier tätig werden zu müssen.

Die seit Mitte Oktober eingeführte Brillenversicherung in Kooperation mit der Hanse Merkur erfülle nach Aussagen des Managements derzeit die Erwartungen, so dass hier aktuell hohe Zuwächse zu verzeichnen seien. Nach Ansicht der Analysten sei die Brillenversicherung unverändert ein perfektes Vehikel zur Kundenbindung und - neugewinnung, da Fielmann - abgesehen von Privatversicherungen, die nur etwa 10% - 15% der gesamten Krankenversicherungen ausmachen würden - derzeit als einziger eine Brillenversicherung anbiete. Zu beachten sei dabei, dass rund 90% der Kunden nicht nur die "Standard-Kassenbrille“, sondern mehrere Zusatzleistungen in Anspruch nehmen würden.

Die Analysten würden weiterhin glauben, dass Fielmann mittelfristig am stärksten von den sich ändernden Rahmenbedingungen im Zuge der Gesundheitsreform profitieren sollte, was ihres Erachtens bereits die aktuell publizierten Daten zu Marktanteil und Neuaufträgen darlegen würden. Insbesondere sollten sich auch die Auslandsmärkte mit deutlich höheren Margen unverändert positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken.

Das Bewertungsmodell der Analysten zeige unverändert einen Fair Value auf Basis der 2005er- und 2006er-Schätzungen in Bezug auf den KGV-Vergleich in einer Bandbreite zwischen ca. 48 Euro und 49 Euro sowie in Bezug auf den EV/EBIT-Vergleich zwischen rund 59 Euro und 60 Euro. Die Dividendenrendite liege nach den Kurssteigerungen der letzten Wochen aktuell nur noch bei knapp 3%. Auf Grund des hohen Nettoguthabens in Höhe von rund 100 Mio. Euro (5 Euro je Aktie) bestehe die berechtigte Hoffnung auf eine Sonderdividende, da der Konzern diese Liquidität nicht für das operative Geschäft benötige. Die Investitionen für den regulären Geschäftsbetrieb sowie für die weitere Expansion finanziere Fielmann derzeit aus seinem hohen Cashflow. Die Analysten könnten sich daher vorstellen, dass die Gesellschaft in 2006 oder 2007 eine Sonderausschüttung von 3 bis 4 Euro je Aktie vornehmen werde.

Insgesamt würden die Analysten ihr Kursziel für die Fielmann-Aktie weiterhin bei 54 Euro setzen, was dem Mittelwert der Bewertungsparameter aus KGV und EV/EBIT entspreche.

Angesichts des aktuellen Kursniveaus und ihren fundamentalen Bewertungskriterien reduzieren die Analysten vom Bankhaus Lampe jedoch ihre Einschätzung zur Fielmann-Aktie auf "verkaufen", auch wenn sie von dem mittel- bis langfristigen Erfolg der Gesellschaft unverändert überzeugt sind.

 

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