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Fielmann für Mittel- bis Langfristige

Finanzwoche, 13.10.2005

Nach Ansicht der Experten von "Finanzwoche" sollten bei Fielmann (ISIN DE0005772206/ WKN 577220) nur mittel- bis langfristig orientierte Anleger einsteigen.

Die Optikerkette entwickle sich seit ungefähr zweieinhalb Jahrzehnten deutlich besser als die Gesamtbranche. Das Unternehmen sei Kosten- und Preisführer und weise erstklassige Produktivitätskennziffern auf. Der durchschnittliche Fielmann-Absatz je Tag bzw. Geschäft liege um über 17 mal höher im Vergleich zu traditionellen Optikern. Der Konzern könne wegen der auch europaweit ausgezeichneten Kostenstrukturen auch im Ausland immer stärker expandieren. Entsprechend habe sich der Auslandsumsatzanteil von 1997 bis 2004 fast vervierfacht.

Unabhängig von den Wachstumschancen im Ausland besitze Fielmann aber auch im Binnenmarkt trotz des hohen Marktanteils noch Expansionsmöglichkeiten. Beispielsweise hätten die südlichen Bundesländer noch deutlichen Nachholbedarf gegenüber dem Norden. Außerdem sei Fielmann in Deutschland im Segment der über 49-jährigen noch nicht überproportional vertreten, da diese Bevölkerungsgruppe stärker bei den traditionellen Optikern verwurzelt sei. Dieses Segment dürfte aber in den kommenden Jahren verstärkt von den heute noch jüngeren Fielmann-offeneren Bevölkerungsschichten "unterwandert" werden. Für Fielmann bedeute das noch Binnenmarktpotenzial.

Ein weiteres Expansionsfeld sei der Kontaktlinsenmarkt. Da es bisher für Kontaktlinsen kaum Kassenzahlungen gegeben habe, habe dieser Markt im internationalen Vergleich Nachholbedarf. In Deutschland würden beispielsweise nur 4% der Bevölkerung Kontaktlinsen tragen (Quote in den USA 10%). Da mit dem Wegfall der Brillenzuzahlung sozusagen eine monetäre Kaufblockade für Kontaktlinsen auf Kassenebene entfalle, könnte sich dieser Markt zukünftig besser entwickeln. Nicht zu vergessen sei die demographische Entwicklung. Zwischen 1952 und 2002 sei der Anteil der Brillenträger von 19% bis 63% in Deutschland gestiegen. Dieser Trend sollte sich demographisch bedingt fortsetzen. Ein Haar in der Suppe sei jedoch die fundamentale Bewertungsebene. Bei einem geschätzten 2006er KGV von ungefähr 20 würden sich die Bewertungsanreize in engen Grenzen halten.

Noch nicht investierte Anleger sollten daher nach Ansicht der "Finanzwoche"-Experten nur unter mittel- bis längerfristigen Gesichtspunkten eine kleinere Einstiegsposition bei Fielmann in Erwägung ziehen.

 

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