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Fielmann unter der Lupe

DaxVestor, 02.09.2008

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "DaxVestor" nehmen die Aktie von Fielmann (ISIN DE0005772206/ WKN 577220) unter die Lupe.

Im Gegensatz zu vielen anderen konsumabhängigen Werten habe die Aktie der Optikerkette Fielmann in den letzten Wochen deutlich zulegen können. Das gute Halbjahresergebnis, das letzte Woche präsentiert worden sei, habe die erfreuliche Kursentwicklung untermauert. Auf Sicht der letzten beiden Jahre sei die Aktie jedoch nur seitwärts gelaufen. Dies könnte sich allerdings bald ändern, da sich ein Ausbruch andeute, der für neuen Schwung sorgen würde.

Die Zahlen für das erste Halbjahr seien zwar schon als vorläufige Eckdaten veröffentlicht worden, die am letzten Donnerstag vorgelegten endgültigen Zahlen hätten dann im Detail die erfreuliche Entwicklung bestätigt. Der Vorsteuergewinn sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43,7 Prozent auf 80,2 Mio. Euro gewachsen, während es einen Zuwachs um 67,4 Prozent auf 56,2 Mio. Euro beim Periodenüberschuss zu vermelden gegeben habe. Der Außenumsatz habe sich in diesem Zeitraum um 7,8 Prozent auf 532,3 Mio. Euro erhöht.

Für die starke Entwicklung beim Halbjahresüberschuss gebe es mehrere Gründe. Einer sei in der Unternehmenssteuerreform zu suchen. Der Steuersatz sei von 39,8 Prozent auf 29,9 Prozent gesunken. Aber auch die Früchte der Expansionsstrategie von Fielmann und eine Steigerung der EBIT-Marge auf über 17 Prozent seien zu nennen.

Einerseits profitiere die Optikerkette vom Trend zu günstigen Sehhilfen, andererseits sei aber auch ein Anstieg bei hochwertigen Gleitsichtgläsern zu verzeichnen. Der Anteil von Gleitsichtgläsern habe sich bei Fielmann in den letzten zehn Jahren auf 18 Prozent verdoppelt. Dieser Trend könnte sich in Zukunft sogar noch verstärken. Seien es früher hauptsächlich Rentner gewesen, die auf Gleitsichtgläser zurückgegriffen hätten, seien es heute immer jüngere Menschen, die diese Kombination von Nah- und Fernsichtbrille kaufen würden. Gesundheitsexperten würden davon ausgehen, dass aufgrund der sich verändernden Arbeitsbedingungen (Bildschirmarbeit) immer öfter bereits 40- und 50-Jährige die im Vergleich zu herkömmlichen Brillen teureren Gleitsichtgläser benötigen würden.

Seit 2004 könne die Fielmann AG sowohl bei Umsatz als auch beim Gewinn deutlich zulegen. Auch für die Zukunft seien die Analysten optimistisch. Zum einen sorge der demographische Wandel mit immer mehr Älteren in Deutschland für Nachschub beim Optiker, zum anderen habe Fielmann mit den Hörgeräten ein neues Geschäftsfeld entdeckt, das zusätzliches Wachstum generieren solle. Von der sonst im Einzelhandel üblichen Flaute sei nichts zu spüren.

Finanzvorstand, Georg Zeiss, habe am Wochenende gesagt, Fielmann wolle in mindestens 80 der zurzeit 600 europäischen Filialen Hörgeräte vertreiben. Schon nach kurzer Zeit solle das Geschäft rentabel sein. Auch bei den Filialen sehe Fielmann weiteres Wachstumspotenzial. In den nächsten sechs Jahren solle die Zahl der Fielmann-Geschäfte von 600 auf 820 steigen.

Für die im SDAX notierte Fielmann-Aktie gebe es also gute Gründe, die einen weiteren Kursanstieg untermauern könnten. Zwar sei die Aktie mit einem KGV 2009e von ca. 18,5 nicht mehr unbedingt ein Schnäppchen. Könne das hohe Gewinnwachstum jedoch auch zukünftig gehalten werden, würde dies eine höhere Bewertung rechtfertigen.

Aus charttechnischer Sicht könnte die Aktie vor dem Ausbruch über den Widerstand bei 53,40 Euro stehen. An dieser Chartmarke sei der Kurs zuletzt im Februar 2007 gescheitert. Es sei ein Absturz bis 32,80 Euro im Januar 2008 gefolgt, ehe die 50 Euro wieder erreicht worden seien.

Nach Ansicht der Experten vom "DaxVestor" zeigt diese Achterbahnfahrt, dass es sich bei Fielmann nicht um ein Witwen- und Waisenpapier handelt. (Analyse vom 02.09.2008) (02.09.2008/ac/a/nw)

 

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