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Fielmann kaufen

Bankhaus Lampe, 06.04.2009

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Christoph Schlienkamp, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Fielmann (ISIN DE0005772206/ WKN 577220) von "halten" auf "kaufen" herauf.

Nach Angaben von ZVA/Spectris würden Fielmann-Niederlassungen im Mittel 35 Brillen am Tag verkaufen, der traditionelle Durchschnittsoptiker hingegen weniger als 2. Die für 2008 noch nicht verfügbaren Zahlen würden für 2007 zeigen, dass Fielmann im Brillenmarkt mit 5% aller deutschen Optikgeschäfte einen Gesamtumsatz-Marktanteil von 21% und einen Stückzahl-Marktanteil von 48% erwirtschaftet habe.

Fielmann habe zuletzt Ende Februar die vorläufigen Zahlen für 2008 veröffentlicht. Die endgültigen Zahlen würden dann Ende April folgen. Die bislang publizierten Daten würden ein Wachstum des Brillenabsatzes um 0,1 Mio. auf 6,1 Mio. Stück zeigen. Der Außenumsatz inkl. MwSt. sei auf 1,06 Mrd. EUR gestiegen (Vorjahr: 984 Mio. EUR), der Konzernumsatz sei um 7,6% von 839 Mio. EUR auf 903 Mio. EUR gewachsen. Das Vorsteuerergebnis habe sich auf voraussichtlich 161 Mio. EUR (Vorjahr: 136 Mio. EUR), der Jahresüberschuss auf etwa 113 Mio. EUR (Vorjahr: 82 Mio. EUR) erhöht.

Fielmann habe bei der Vorlage der Zahlen betont, weiter schuldenfrei zu sein und über sicher angelegte Liquidität zu verfügen. Die Eigenkapitalquote habe Ende Dezember 2008 bei 60% gelegen. Ende des Berichtsjahres habe Fielmann 620 Niederlassungen (Vorjahr: 599) unterhalten und Ende 2007 12.608 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 11.858) beschäftigt.

Aufgrund der guten Ergebnisentwicklung und komfortablen Bilanzsituation würden die Analysten die angekündigte Dividendenanhebung für richtig halten. Der Aufsichtsrat und Vorstand würden der Hauptversammlung am 09.07.2009 empfehlen, für 2008 eine Dividende in Höhe von 1,95 EUR je Aktie (2007: 1,40 EUR) auszuschütten.

Parallel mit der Bilanzvorlage für 2008 am 30.04.2009 werde der Konzern seine Quartalszahlen veröffentlichen. Die Analysten würden davon ausgehen, dass es in den ersten drei Monaten 2009 zu leichten Absatz- und Umsatzsteigerungen gekommen sei und Fielmann unverändert eine gute Rohertragsmarge erreicht habe. Gleichwohl würden sie davon ausgehen, dass das EBIT hinter dem Vorjahresquartal zurückbleiben werde. Der Hauptgrund hierfür sollten die nach Erachten der Analysten im ersten Quartal 2009 überproportionalen Marketingaufwendungen sein, um die Marke noch stärker zu positionieren und weitere Marktanteile zu gewinnen. Die Analysten würden zudem davon ausgehen, dass sich das Marketingbudget im zweiten Quartal des laufenden Jahres wieder normalisieren werde, sodass dieser Effekt auf Sicht des Gesamtjahres wieder eliminiert werde.

Ende Dezember habe Fielmann 620 Niederlassungen betrieben. Deutschland biete dabei nach wie vor großes Potenzial, ebenfalls die Schweiz und Österreich, aber auch das angrenzende Ausland. Das Ziel des Managements sei es, deutschlandweit je 100.000 Einwohner eine Niederlassung zu betreiben. Fielmann wolle in den deutschsprachigen Nationen zumindest 50% Absatzmarktanteil in allen regionalen Märkten erreichen. Dazu benötige der Konzern in der Bundesrepublik nach Auffassung der Analysten noch gut 160 zusätzliche Niederlassungen. Der regionale Schwerpunkt der Expansion dürfte dabei vor allem in Süddeutschland liegen. Im Norden werde Fielmann weitere Absatz- und Umsatzpotenziale vornehmlich durch den Umzug in größere Einheiten und bessere Lagen erschließen. Insgesamt lasse sich also festhalten, dass Fielmann trotz des erreichten Filialisierungsgrades auch in den kommenden Jahren weiter wachsen werde.

Da die Gesellschaft nach Erachten der Analysten unumstrittener Preisführer sei, sollten die Aktivitäten in wirtschaftlichen Schwächephasen weniger stark leiden als bei den traditionellen Optikgeschäften. Dies werde auch durch die letzten Zahlen untermauert. Zudem sei zu beachten, dass die Gruppe unverändert die Möglichkeit habe, den Durchschnittspreis für eine Brille in den nächsten Jahren von rund 130 EUR um 10 EUR zu erhöhen.

Ein Wachstumstreiber für den Konzern liege zudem bei den Gleitsichtbrillen. Der Anteil der Gleitsichtbrille am Konzernumsatz liege bei rund 18%, wohingegen dieser Wert beim traditionellen Optiker bei einem Drittel liege. Insofern würden die Analysten mittelfristig für Fielmann einen Anteil am Konzernumsatz von 25% für erreichbar halten. Als Faustformel lasse sich festhalten, dass eine Erhöhung des Anteils der Gleitsichtbrille um einen Prozentpunkt zu einer Umsatzsteigerung zwischen 4% und 5% führe.

Wachstumschancen, die aber auch nicht überbewertet werden dürften, gebe es im Hörgerätemarkt. Pro Jahr würden in Deutschland etwa 800.000 Geräte angepasst. Etwa 100.000 Einheiten würden in universitäre Bereiche gehen, sodass ein Marktpotenzial von 700.000 Geräten p.a. existiere. Wie in der Augenoptik sei der Akustikmarkt stark fragmentiert und habe heute Strukturen wie die Augenoptikbranche vor 30 Jahren. Aufgrund der Besonderheiten im Ladenbau und der Standorte wolle Fielmann jedoch zunächst in höchstens 80 Filialen das Hörgerätegeschäft betreiben.

Ein Engpassfaktor für eine schnellere Expansion sei unverändert die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften. Um die Wachstumspläne umzusetzen, benötige die Gruppe weitere 4.000 qualifizierte Mitarbeiter. Die Anzahl der aktuell nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehenden Augenoptikermeister habe die Gesellschaft selber zuletzt auf 800 beziffert, sodass die Engpasssituation verdeutlicht werde.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kaufe der Verbraucher nach Erachten der Analysten bei Unternehmen, die ihm hohe Qualität zu günstigen Preisen garantieren würden. Die Aktie biete dem Langfristinvestor eine intakte Wachstumsstory mit gutem fundamentalem Background. Das Kursziel der Analysten stütze sich vor allem auf ihr DCF-Modell und betrage unverändert 52,00 EUR.

Insofern sehen die Analysten vom Bankhaus Lampe die aktuellen Kurse der Fielmann-Aktie jetzt wieder als Einstiegsniveau. (Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2009" vom 06.04.2009) (06.04.2009/ac/a/d)

 

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