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Fielmann Bewertungsspielräume ausgereizt

SRH AlsterResearch, 20.01.2011

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Carsten Mainitz, stuft die Fielmann-Aktie (ISIN DE0005772206/ WKN 577220) von "kaufen" auf "verkaufen" herab.

Als Marktführer eile Fielmann dem Wettbewerb weiterhin voraus. Während nach Unternehmensangaben in den ersten neun Monaten die Branche einen Absatzrückgang verzeichnet habe, habe Fielmann den Absatz auf 4,8 Mio. Brillen (plus 1% ggü. 9M 2009) gesteigert und somit den Marktanteil weiter ausgebaut. Die Analysten würden erwarten, dass Fielmann 2010 ein Umsatzwachstum von 5% erzielen werde, fast dreimal so viel wie die Augenoptikerbranche. Jedoch würden sie in der momentanen Marktphase (schwachzyklischer Titel im Umfeld einer starken Konjunkturbelebung) und infolge der starken Kursperformance der zurückliegenden Monate kein weiteres Kurspotenzial der Aktie erkennen.

Die Stärken des Geschäftsmodells des Hamburger Konzerns würden unumstritten bleiben: Kosten- und Preisführerschaft, starke Kundenbindung, hohe Kundenzufriedenheit, hohe Cashflow-Generierung, attraktive Dividendenrendite. Auch den Wachstumspfad mit mittelfristigen Umsatzzuwächsen von jährlich rund 5% bei steigenden Margen sähen die Analysten fortgesetzt. Das Wachstum speise sich aus der Verschiebung hin zu höhermargigen Gleitsichtbrillen (Umsatzwachstum auf Produktebene: 3 bis 4% p.a.) sowie durch die Ausweitung des Filialnetzes (bis zu 2% p.a). Der Umsatzanteil von Gleitsichtbrillen dürfte in den nächsten Jahren weiter jeweils um einen Prozentpunkt p.a. ansteigen. Für 2010 würden die Analysten einen Anteil von 19% dieser Produktkategorie am Konzernumsatz erwarten. Durch die Verzögerung von Neueröffnungen liege die Expansion des Filialnetzes 2010 hinter den angepeilten 20 Geschäften zurück (derzeit 655 Filialen). Für 2011 und 2012 würden die Analysten jeweils rund 15 Neueröffnungen erwarten.

Die Charakteristika des Geschäftsmodells von Fielmann hätten in der zurückliegenden Marktphase die Basis gebildet, um dem Titel eine deutliche Prämie zuzugestehen. Unternehmen mit herausragender Marktstellung, hoher Cashflow-Generierung und ausgezeichneter Bilanzqualität hätten in Zeiten großer Unsicherheit, sinkenden Wirtschaftswachstums und angesichts des Risikos deutlich zurückgehender Kaufkraft eine höhere Bewertung gerechtfertigt. Mit dem Durchschreiten der Rezession und dem Rückgang der Arbeitslosenrate agiere Fielmann nun aber in einem kaufkraft- und konsumstabilen Umfeld.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010 (vorläufige Eckdaten am 24. Februar 2011) erwarten die Analysten von SRH AlsterResearch einen Umsatzanstieg auf 1,0 Mrd. Euro (+5,0% ggü. Vorjahr) bei einer EBT-Marge von 17,4% (2009: 17,1%). Das EPS sähen sie auf 2,85 Euro (Vorjahr: 2,64 Euro) und die Dividende auf 2,15 Euro (Vorjahr: 2,00 Euro) ansteigen. Für 2011 würden sie ein Umsatzwachstum von 5,6% auf 1,06 Mrd. Euro, ein EPS von 3,11 Euro und eine Dividende von 2,35 Euro prognostizieren. Ab 2011 würden sie das Erzielen neuer Rekord-EBT-Margen von 18% unterstellen, in den Folgejahren ein sukzessiv ansteigendes Niveau. Für 2012 würden sie weitere Steigerungen der Kennzahlen schätzen (Umsatz: 1,11 Mrd. Euro, EPS: 3,33 Euro, Dividende: 2,55 Euro).

Eine Bewertungsprämie des schwach-zyklischen Titels sähen die Analysten in dem derzeitigen konsum- und kaufkraftstabilen Umfeld nicht gerechtfertigt. Das Zielkurs-KGV von 22 (2011e) bzw. 20 (2012e) würden sie bei einem von ihnen für die nächsten Jahre geschätzten durchschnittlichen Gewinnwachstum von unter 10% für zu hoch halten.

Nach guter Performance in den letzten Monaten sei das Kursziel der Analysten zwischenzeitlich erreicht worden. Der verringerten Attraktivität des Titels würden sie durch die leichte Reduzierung des Kursziels von 69 auf 67 Euro Rechnung tragen.

Das Votum der Analysten von SRH AlsterResearch für die Fielmann-Aktie lautet nun "verkaufen". (Analyse vom 20.01.2011) (20.01.2011/ac/a/d)

 

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