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Fielmann-Aktie: Profitabilität kann sich sehen lassen

Frankfurter Börsenbrief, 20.07.2015

Detmold (www.aktiencheck.de) - Die Aktienexperten vom "Frankfurter Börsenbrief" sehen das Kursziel für die Aktie von Fielmann (ISIN: DE0005772206, WKN: 577220, Ticker-Symbol: FIE, Nasdaq OTC Ticker-Symbol: FLMNF) bei 66,50 EUR.

Fielmann sei ein Unternehmen, das vor Qualität geradezu strotze. Zum Namen müsse man nicht viel sagen, denn nach Unternehmensangaben habe der Marken-Name einen Bekanntheitsgrad unter den Bundesbürgern von 90%. Sogar mehr als 90% würden übrigens für den Anteil der Kunden gelten, die ihre nächste Brille wieder bei Fielmann erwerben möchten. Kein Wunder, schließlich werde Kundenzufriedenheit großgeschrieben. Dass dies keine Floskel sei, würden beispielsweise die Nulltarifversicherung sowie die Drei-Jahres-Garantie auf alle Brillen, die Geld-Zurück-Garantie und die Zufriedenheitsgarantie andeuten. Sei der Kunde nicht zufrieden, könne er seine Brille - aus welchem Grund auch immer - zurückgeben.

Die Kundenorientierung zeige sich auch in der gnadenlosen Preis-Strategie. Fielmann decke die komplette Wertschöpfungskette ab inkl. der Produktion, Agenten- und auch Optiker-Tätigkeit. Die Größe erlaube wesentliche Effizienzvorteile: Je Mitarbeiter komme Fielmann auf vier verkaufte Brillen pro Tag, während es im sonstigen Durchschnitt bei den deutschen Augen-Optikern nach Fielmann-Angaben weniger als zwei Brillen pro Mitarbeiter/Tag seien. Im letzten Jahr habe Fielmann für gerade mal 5% aller deutschen Optiker-Geschäfte gestanden, habe trotzdem einen Umsatz-Marktanteil von etwa 20% und einen Stückzahlen-Marktanteil von sogar mehr als 52% herausgekitzelt. Passend dazu: Fielmann rühme sich mit einem Preisvorteil der Eigenkollektion gegenüber dem allgemeinen Preisniveau bei marken-gelabelter Ware von rund 70%.

Trotz dieser aggressiven Preisstrategie könne sich die Profitabilität sehen lassen. Die Nettomarge vom Umsatz habe im vergangenen Jahr bei etwa 13,3% gelegen. Die Wachstumsraten in den letzten Jahren seien nicht steil, aber stetig und im mittleren einstelligen Prozentbereich beim Konzernumsatz gewesen. Beim Vorsteuergewinn sei in den letzten beiden Jahren ein überproportionales Plus gelungen, in 2014 habe dies bei 14,6% gelegen. Das erste Halbjahr 2015 passe nach der vorläufigen Rechnung in dieses Hochqualitäts-Raster mit +5% beim Konzernumsatz und mehr als 7% Zuwachs beim Vorsteuergewinn. Qualität habe in diesem Fall durchaus ihren Preis. Würden die Markt-Taxen (jeweils lt. Börsen-Zeitung) greifen, liege das KGV per 2015 bei etwa 30,3 bzw. bei ca. 27,8 für 2016 - das seien stramme Bewertungskennziffern. Versüßt werde die Betrachtung allerdings durch die erwartete Dividendenrendite mit ca. 2,9%.

Gründer und Cheflenker Günther Fielmann engagiere sich im Bereich Umwelt- und Naturschutz sowie auch in einer ganzen Reihe sonstiger gesellschaftlicher Felder. Fielmann habe sich auf die Fahne geschrieben, pro Jahr und Mitarbeiter einen Baum zu pflanzen. Im Mai 2009 sei schon der einmillionste Fielmann-Baum gesetzt worden. Vorbildlich: Etwa vier von fünf Mitarbeitern seien am Unternehmen beteiligt.

Ein interessantes Wachstumsfeld ergebe sich mit dem Hörgeräte-Geschäft. Fielmann sehe für diesen Markt ähnliche Strukturen wie in der Optiker-Branche vor drei Jahrzehnten: Die Experten würden über einen Markt mit einem Volumen von mehr als 1,2 Mio. Geräten (im letzten Jahr) sowie einem Branchenumsatz von 1,5 Mrd. EUR sprechen. Dabei gelte die Branche als stark zersplittert, die Preise als üppig. Fielmann habe hier also eine exzellente Chance, die frühere Erfolgs-Story noch einmal aufzurollen. Hilfreich seien natürlich die breite Kundenbasis und der starke Marken-Name nebst gutem Marken-Image. Allein für die Stammkundschaft in den Kerneinzugsgebieten habe man im Geschäftsbericht 2014 einen Bedarf von über 60.000 Geräten pro Jahr gesehen. Diese Branche schwimme zudem natürlich schön mit dem demographischen Trend.

Die Fielmann-Aktie ist eine gute Möglichkeit für Langfrist-Anleger, die eine Aktie auch mal über mehrere Jahre im Depot halten und mit der erfolgreichen Unternehmensentwicklung mitschwimmen wollen, so die Aktienexperten vom "Frankfurter Börsenbrief". Anleger sollten ein Abstauberlimit bei 55,20 EUR probieren, was gegebenenfalls noch nachzujustieren sein werde. (Ausgabe 29 vom 18.07.2015)

Die vollständige Ausgabe des Frankfurter Börsenbriefes können Sie unter dem folgenden Link beziehen: www.frankfurter-boersenbriefe.de/a> (20.07.2015/ac/a/d)

 

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