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Die augenoptische Branche vor Fielmann

Über Jahrtausende nahmen Kurzsichtige Objekte in der Ferne unscharf wahr, und ältere Menschen sahen nicht scharf in der Nähe. Der erste Rechnungsbeleg für eine Brille stammt aus Venedig, wurde im Jahr 1316 geschrieben.

Fielmann macht die Kassenbrille schön!

Im 14. Jahrhundert kannte man nur sammelnde Linsen für das „alte Gesicht“: also für die Nähe. Im 15. Jahrhundert gab es dann auch bikonkave Linsen für das „junge Gesicht“, für Kurzsichtige, also für die Ferne.

Mit Erfindung der Brille im 15. Jahrhundert waren erstmals in der Menschheitsgeschichte Alterssichtige und Fehlsichtige den Normalsichtigen gleichgestellt. Diese Gleichstellung aus medizinischer Sicht brachte zunächst der Oberschicht die Gleichberechtigung. Vorbehalten waren Brillen damals den Mitgliedern der herrschenden Klasse: Klerikern und dem Adel, dann dem etablierten Bürgertum.

Die Brille für alle verdankten die Bürger Bismarckscher Sozialgesetzgebung. Am 1. Dezember 1884  trat § 6 der Arbeiterkrankenversicherung in Kraft. Alle Fehl- und Alterssichtigen hatten damit erstmals Anspruch auf eine kostenlose Kassenbrille. Die Brille für alle war vornehmlich eine soziale Errungenschaft. Besser zu sehen hieß damals längst noch nicht, besser auszusehen. Die Brillenfassungen waren einfache Nickelgestelle. Es zählte die Funktion, nicht die Schönheit. Die Kassenbrille bedeutete für viele hunderttausend Werktätige den Erhalt des Arbeitsplatzes auch im Alter, für Fehlsichtige endlich gleiche Lebensqualität und Berufschancen wie für Normalsichtige. Die Kassenbrille leistete einen wesentlichen Beitrag zu Bildung und beruflicher Qualifikation.

Nach der Gleichstellung von privilegierten Fehlsichtigen und Normalsichtigen im 15. Jahrhundert und der durch die Bismarcksche Sozialgesetzgebung erfolgten Gleichstellung von Arm und Reich im ausgehenden 19. Jahrhundert gewann erst in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs Mitte des 20. Jahrhunderts das ästhetische Moment für alle an Bedeutung.

Vor Fielmann waren Kassenbrillen zeitlos hässlich, schon weil die Kassen sie bezahlten. Im Angebot waren sechs Kunststoffgestelle für Erwachsene und zwei für Kinder. Wer sich keine teure Feinbrille leisten konnte, trug sozusagen den Nachweis seines niedrigen Einkommens per Sozialprothese auf der Nase. Acht Millionen Bundesbürger waren auf eine Kassenbrille angewiesen. Die Diskriminierung von Menschen über die Brille war Fielmann von Beginn an ein Ärgernis.

Richtungsweisend war der von Fielmann mit der AOK Esens abgeschlossene Sondervertrag. Fielmann ersetzte die acht zeitlos hässlichen Kassenfassungen durch 90 modische, qualitativ hochwertige Metall- und Kunststofffassungen in 640 Varianten auf Rezept. Das Einheitsmuster der Vertragsfassungen wurde abgelöst durch modische Vielfalt, den Brillenchic zum Nulltarif. Damit hat Fielmann die Diskriminierung per Sozialprothese abgeschafft und der Brille gesellschaftliche Akzeptanz verschafft.

Brillenmode auf Rezept
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